Sportplätze

Stadion Friedrichsfelde/ Lichtenberg                                                                

Das Stadion Friedrichsfelde lag 2003 in einer Region, in der insgesamt 48.921 Einwohner, davon 9.515 Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene zwischen 6-25 Jahren wohnen. Das Gebiet umfasste neben verdichteten Altbauquartieren, ein Neubaugebiet der 50er bis 90er Jahre des letzten Jahrhunderts mit wenigen größeren zusammenhängenden Grünflächen mit wenig Spielplätzen und so gut wie keinen Sportangeboten.

Im Einzugsbereich des Stadions liegen noch immer 6 weiterführende und 6 Grundschulen sowie 3 Schulen für Kinder mit Handicaps. Die meist mit kleinen oder schlechten Sportflächen bestückten Schulhöfe sind nur während regulärer Schulzeiten geöffnet. Das Gebiet ist – laut Aussagen der Jugendförderung – mit Kinder- und Jugendeinrichtungen immer noch gut bis sehr gut versorgt. Jedoch verfügen diese fast ausschließlich über Indoor-Angebote. Neben dem Stadion Friedrichsfelde gibt es nur noch einen weiteren halböffentlichen Sportplatz mit Schwerpunkt Fußball. Für Trendsportarten wie Klettern, Beachvolleyball, Inlinehockey etc. gab es im Gebiet bisher keine Möglichkeiten.

Um die Fläche der ehemaligen Verkehrsschule und kleinere Restflächen auf dem Stadion Friedrichsfelde zu aktivieren und qualitativ für alle AnwohnerInnen – vor allem Kinder und Jugendliche, besonders für Mädchen, junge Frauen und Gehandicapte – nutzen zu können, erarbeitete das PROjekt Erlebnisräume 2003-04 im Auftrag des Amtes für Schule, Bildung und Sport Lichtenberg und in enger Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten und der Jugendförderung Lichtenberg über eine Kinder- und Jugendbeteiligung Vorschläge. Das Projekt lief im Rahmen des Programms „Stadtumbau OST“ speziell unter Gender Mainstreaming Aspekten.

Im Winter 2003 starteten die Umfragen in Kinder- und Jugendeinrichtungen, daran schlossen sich seit dem Frühjahr 2004 weitere Umfragen bei drei Schulen bzw. Planwerkstätten mit einer weiterführenden Schule sowie einem Freien Träger der Jugendhilfe an.

Per Fragebogen wurden die Aussagen von 218 Kindern und Jugendlichen erfasst. Davon waren ca. 45% weiblich und 55% männlich. Die 9-13 Jährigen stellen durch die hohe Beteiligung der Grundschulen die größte Altersgruppe, die niedrigste die über 18 Jährigen. Die Differenz zwischen weiblichen und männlichen Beteiligten bei den Jugendlichen ab 14 lag unter anderem an den in den Jugendeinrichtungen kaum vorhandenen Mädchen.

Skizze von Mädchen aus dem JC Eastside

An den Planwerkstätten beteiligten sich 6 Kinder und 48 Jugendliche, davon 2 Mädchen und 24 junge Frauen. Insgesamt wurden also die Anregungen und Meinungen von 27o Kindern und Jugendlichen erfasst, ca. 40% davon weiblich.

Die Ergebnisse dieser beiden Stufen flossen in drei Varianten ein, die dann im November 2004 mit den Ergebnissen der Kinder- und Jugendbeteiligung durch Jugendliche zunächst dem Kernbeirat des Stadtumbau Ost Verfahrens sowie im Anschluss in einer öffentlichen Versammlung vorgestellt wurden.

Wie Umfrage, Planwerkstätten und einzelne Gespräche bewiesen, war das Stadion Friedrichsfelde bereits damals über den Schulsport hinaus beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Jedoch auf Grund der vorhandenen Sportarten mehr der männlichen Vertreter.

Kernaufgabe der Beteiligung war es die Sportvielfalt und Ideen der beteiligten Kinder und Jugendlichen unter Gender-Aspekten: Interessen von Mädchen und jungen Frauen und – soweit möglich – solcher mit kulturell anderem Hintergrund und Gehandicapter, zu betrachten, um gerade diesen Gruppen mehr Zugangsmöglichkeiten zu bewegungsorientierten Freiflächen und Sportangeboten zu geben. Die Jungen und jungen Männer sollen hier nicht ausgegrenzt werden, jedoch zeigt sich, dass bis auf wenige – auch für Mädchen und junge Frauen interessante – Sportarten, ihr Hauptinteresse (Fußball) sowohl im Stadion wie auch in der Umgebung gut abgedeckt ist.

Die gewünschte Palette der Kinder und Jugendlichen war relativ groß und ein entsprechendes breit gefächertes Angebot so nicht komplett auf dem Stadiongelände zu verwirklichen. Neben den Gender-Kriterien wurde also herauskristallisiert, welche der Bewegungs- und Sportmöglichkeiten sich unter Berücksichtigung von Platzbedarf, Lärmschutz rechtliche Verordnungen, Verträglichkeit mit bestehenden Sportarten sowie Betreuungs- und Unterhaltungsaufwand umsetzen lassen. Dabei flossen auch die Anregungen der ansässigen Sportvereine mit ein.

Die Idee einer Sport- und Relax-Landschaft  einer  Gruppe des Kantgymnasiums mit Liegewiesenwellen war so überzeugend, dass sie sich in allen Varianten wieder findet. Dazu gehört auch der weiche Joggingweg (vorallem Wunsch der weiblichen Jugendlichen und einiger Mädchen) und eventuell eine Fitness-Anlage.

Tischtennis und Trampoline (beides explizite Mädchen und Frauenwünsche) sowie eine Bouléfläche und ein Spielgerät, das auch für RollstuhlfahrerInnen nutzbar ist, finden sich ebenfalls in allen Varianten. Aufgegriffen wurde in einer Variante ein Boulder- und Kletterfelsen, ein Vorschlag von Schülern sowie eines Vereins.

An Spielfeldern bieten alle Varianten: ein separates Beachvolleyballfeld und entweder eine multifunktionale Asphaltfläche für Fußball, Inlinehockey/ -training, Basketball und Streettennis oder eine Asphaltfläche für Streetball und Inlinehockey/-training und daneben ein kombinierter Fußball-/ Volleyballplatz mit Tartanbelag. Ein Basketballplatz ist entweder in die multifunktionale Asphaltfläche integriert oder separat im Dreieck an der Rummelsburger Straße ausgewiesen. Inlinehockey und Beachvolleyball sind Wünsche der Teilnehmerinnen.

Nicht im Rahmen der planerischen Möglichkeiten liegen erweiterte Sportkursangebote für Mädchen und junge Frauen der auf dem Stadion ansässigen Vereine.

Den Sportfeldern sind verschiedene Sitzmöglichkeiten zugeordnet: Tribüne, Sitzreihe, künstlerische Sitzgruppen und der Pavillon wurden übernommen sowie der Wunsch nach Trinkwasser und Mülleimern.

Neben mehr Farbe – Vereinslokal und separater Sanitärtrakt sollten farblich passend zu den Umkleiden oder künstlerisch gestaltet werden – ist in allen Varianten mehr Grün vorgesehen. Dabei werden Nischen aus halbhohen möglichst blühenden Gehölzen gebildet und mit lichten Schatten spendenden Bäumen wie Birken strukturiert.

Die Abstimmung mit den Fachbehörden bzw. die Ausführungsplanung und Erstellung eines Leistungsverzeichnisses war für 2005 anvisiert, so dass 2006 gemäß der Beantragung die Umsetzung hätte laufen konnen. Das bereits geplante zusätzliche Kleinspielfeld sollte aus Investitionsmitteln des Schul- und Sportstätten-Sanierungsprogramms finanziert und noch 2004 begonnen werden. Letztendlich scheitere die Umsetzung an der Finanzierung, die nicht gesichert werden konnte.

Unser Angebot

Wir bieten

Beratung und Information  zu den Themen

  • Kinder- und Jugendbeteiligung im Freiraum,
  • Gestaltung von Außengeländen,
  • Kitafreiflächen,
  • Schulhöfen und Schulgärten,
  • Spielplätzen und Naturerfahrungsräumen,
  • Jugentreffpunkten,
  • Sportflächen-Ergänzung, …

Durchführung von Planwerkstätten, Workshops und „Planungspartys“

Planung, Materialbeschaffung und Koordination kleinerer Bauprojekte mit Eltern-Kind- und/ oder Beteiligung Jugendlicher, junger Erwachsener